Phosphatodraco mauritanicus war ein großer Flugsaurier aus der späten Kreidezeit. Sein Name bedeutet übersetzt „Drache aus den Phosphatminen“ und verweist auf die berühmten Phosphatbecken rund um Khouribga in Marokko.
Ein Flugsaurier über dem marokkanischen Urmeer
Vor rund 66 Millionen Jahren, am Ende der Kreidezeit, segelte Phosphatodraco über die Küstenlandschaften Nordafrikas. Als Azhdarchide gehörte er zu einer Gruppe großer Flugsaurier mit langen Hälsen, kräftigen Schnäbeln und sehr weit ausladenden Flügeln.
Für Phosphatodraco mauritanicus wird eine Flügelspannweite von bis zu etwa fünf Metern angenommen. Damit war er ein beeindruckender Gleiter, der die warmen Luftströmungen über dem damaligen marokkanischen Küstenmeer nutzen konnte.
Der „Drache aus den Phosphatminen“
Die Fossilien aus der Region Khouribga gehören zu den bemerkenswerten Zeugnissen der späten Kreidezeit in Afrika. Die dortigen Phosphatablagerungen bewahren Reste einer vielfältigen Tierwelt, die in einer Landschaft zwischen Küste, Lagunen und offenem Meer lebte.
Phosphatodraco war wahrscheinlich nicht nur ein passiver Segler. Wie andere große Azhdarchiden könnte er an Land und in flachen Küstenbereichen nach Beute gesucht haben. Sein langer Hals und der kräftige Schnabel waren dabei wichtige Werkzeuge, auch wenn sich das genaue Jagdverhalten aus den Fossilien nicht vollständig rekonstruieren lässt.
Zeitgenosse von Chenanisaurus und Mosasaurus
Phosphatodraco lebte in derselben späten Epoche wie der Abelisaurier Chenanisaurus barbaricus und der Meeresräuber Mosasaurus. Während Chenanisaurus an Land jagte und Mosasaurus die Meere beherrschte, bewegte sich Phosphatodraco zwischen Himmel, Küste und Uferzone.
Diese zeitliche Nähe macht die Fossilien aus Khouribga besonders spannend: Sie zeigen, wie unterschiedlich die Lebensräume am Ende der Kreidezeit besetzt waren. Über den Küsten kreisten riesige Flugsaurier, an Land lebten kräftige Raubsaurier, und im Meer jagten große marine Reptilien.
Einer der letzten Flugsaurier vor dem Massenaussterben
Phosphatodraco gehört zu einer Tierwelt, die nur wenige Millionen Jahre vor dem Asteroideneinschlag existierte. Der Einschlag am Ende der Kreidezeit markierte das Ende der nicht-aviären Dinosaurier und der großen Flugsaurier. Vögel, die ebenfalls Dinosaurier sind, überlebten als einzige Linie dieser großen Umbruchzeit.
Jeder Fund aus den Phosphatminen von Khouribga hilft dabei, dieses letzte Kapitel der Kreidezeit genauer zu verstehen. Phosphatodraco mauritanicus erinnert uns daran, dass der Himmel über Afrika damals von einer beeindruckenden Vielfalt großer Flugsaurier beherrscht wurde.
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