Er war der älteste Sohn des mächtigsten Kaisers seiner Zeit – und doch blieb Konstantin II. stets im Schatten seines Vaters. Als junger Caesar prägte er Münzen, führte Feldzzüge und regierte über weite Teile des Reiches. Doch sein Leben endete früh und gewaltsam – in einem Bruderkrieg, der das Erbe Konstantins des Großen zerstörte.
Kindheit und Aufstieg zum Caesar
Konstantin II. wurde um 316 n. Chr. in Arles (Südfrankreich) geboren, als ältester Sohn Konstantins I. und seiner zweiten Frau Fausta. Bereits als Kleinkind wurde er in die Machtstrukturen des Reiches eingebunden: Im Alter von nur einem Jahr ernannte ihn sein Vater zum Caesar – zum Unterkaiser und designierten Nachfolger.
Die Umschrift auf seinen Münzen macht seinen Status unmissverständlich deutlich: CONSTANTINVS IVN NOB C – „Konstantin der Jüngere, alleredelster Unterkaiser“. Das Porträt zeigt ihn als jugendlichen Prinzen mit Lorbeerkranz und Panzerrüstung – ein bewusstes Bild von Autorität und militärischer Stärke, auch wenn er zum Zeitpunkt der Prägung noch ein Kind war.
Die Münze als politisches Instrument
Die Bronzemünzen aus den Jahren 319–320 n. Chr. gehören zu den frühesten Zeugnissen seiner offiziellen Stellung. Die Rückseite zeigt zwei geflügelte Siegesgöttinnen (Viktorien), die gemeinsam einen Schild über einen Opferaltar halten – mit der Inschrift VOT PR (Vota Populi Romani – „Die Gelübde des römischen Volkes“). Die Umschrift VICTORIAE LAETAE PRINC PERP („Der freudbringende Sieg des ewigen Fürsten“) feiert die militärischen Erfolge der Dynastie.
Diese Bildsprache war kein Zufall: Konstantin I. nutzte die Münzprägung systematisch als Propagandainstrument. Indem er seinen Söhnen frühzeitig eigene Münzen widmete, signalisierte er dem gesamten Reich: Die Nachfolge ist gesichert, die Dynastie stabil.
Herrschaft über den Westen
Nach dem Tod Konstantins I. im Jahr 337 n. Chr. teilten seine drei Söhne das Reich unter sich auf – nach einer blutigen Säuberungsaktion, bei der fast alle männlichen Verwandten ermordet wurden. Konstantin II. erhielt den Westen: Britannien, Gallien und Spanien. Sein Bruder Constans regierte über Italien und Nordafrika, Constantius II. über den Osten.
Doch Konstantin II. war mit seiner Zuteilung unzufrieden. Er beanspruchte die Oberherrschaft über alle drei Brüder – eine Forderung, die Constans ablehnte.
Der Bruderkrieg und das Ende
Im Frühjahr 340 n. Chr. überschritt Konstantin II. mit einem Heer die Alpen, um Constans anzugreifen. Doch der Feldzug endete katastrophal: Bei Aquileia (Norditalien) wurde er in einen Hinterhalt gelockt und getötet. Er war gerade einmal 24 Jahre alt.
Sein Tod war das Ende einer kurzen, turbulenten Herrschaft – und der Beginn der Alleinherrschaft seiner Brüder. Constans übernahm seine Gebiete, bis auch er 350 n. Chr. durch einen Usurpator gestürzt wurde.
Was die Münze überliefert
Während Konstantin II. als Kaiser kaum Spuren hinterlassen hat, sind seine Münzen aus der Caesar-Zeit bemerkenswert gut überliefert. Sie zeigen einen jungen Mann, dem eine große Zukunft zugedacht war – und der doch früh scheiterte. Numismatisch sind diese Prägungen besonders interessant, weil sie den Sohn, nicht den Vater zeigen – ein Detail, das viele Händler übersehen.
Eine solche Münze in Händen zu halten bedeutet: Man hält ein Objekt, das vor über 1.700 Jahren im Umlauf war – in einer Zeit, als das Römische Reich noch die Welt regierte und ein Kaisersohn auf Bronze verewigt wurde, bevor er alt genug war, selbst zu regieren.
Konstantin II. in unserer Sammlung
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