Er ist einer der ältesten Haie der Welt – und gleichzeitig einer der friedlichsten: Der Ammenhai (Ginglymostoma cirratum) ist ein lebendiges Fossil, dessen Vorfahren bereits vor über 100 Millionen Jahren die Meere bevölkerten. Heute gilt er als Paradebeispiel für eine Tiergruppe, die sich kaum verändert hat – weil sie es nicht musste.
Was ist ein Ammenhai?
Ammenhais sind bodenbewohnende Haie, die in flachen tropischen und subtropischen Küstengewässern leben – vor allem im Atlantik und im Ostpazifik. Sie werden bis zu 4,3 Meter lang, sind nachtaktiv und ernähren sich von Krebstieren, Tintenfischen und kleinen Fischen. Ihr Name leitet sich vermutlich von einem altenglischen Wort für „saugen“ ab – denn Ammenhais saugen ihre Beute regelrecht aus Felsspalten heraus.
Ein lebendes Fossil
Die Familie der Ammenhais (Ginglymostomatidae) ist uralt. Fossile Zähne ähnlicher Haie wurden in Schichten aus dem Eozän (vor ca. 56–34 Millionen Jahren) gefunden – und die Grundform hat sich seitdem kaum verändert. Das macht Ammenhai-Zähne zu besonders interessanten Fossilien: Sie verbinden die lebende Tierwelt mit einer weit zurückliegenden Vergangenheit.
Ammenhai-Zähne als Fossil
Wie bei allen Haien sind Zähne die am häufigsten erhaltenen Überreste. Ammenhai-Zähne sind charakteristisch breit und flach mit einer feinen Maserung – ideal zum Zerquetschen hartschaliger Beute. Fossile Exemplare aus dem Eozän zeigen, wie stabil dieses Zahndesign über Jahrmillionen geblieben ist.
Warum Ammenhai-Fossilien so besonders sind
Ammenhai-Zähne sind seltener als Megalodon- oder Haifischzähne aus der Kreidezeit – und gerade deshalb bei Sammlern begehrt. Sie repräsentieren eine Tierlinie, die bis heute existiert, und bieten einen direkten Vergleich zwischen fossilem und lebendem Tier. Ein Ammenhai-Zahn ist damit nicht nur ein Sammelstück, sondern ein Fenster in die Evolutionsgeschichte der Haie.
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